Liebe Freunde Carl Auers,

vergangene Woche war das Verlagsteam zum letzten Mal in diesem Jahr auf großer Tour, um das Verlagsprogramm direkt vor Ort den Leserinnen und Lesern vorzustellen. Die erste Station war der DGPPN Kongress in Berlin. Das Ende der Woche verbrachten die fleißigen Buchmacher bei der „Teile Therapie Tagung“ in Heidelberg. Beides spannende Termine mit vielen interessanten Gesprächen, neuen Anregungen und Wiedersehen mit alten Bekannten. Einen kleinen Eindruck haben wir Ihnen mitgebracht:

Carl-Auer in Berlin:

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Carl-Auer mitsamt Realitätenkellner in Heidelberg:

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1. Understanding Systems, Changing Epistemologies: Impressionen von Auer Fokus

„Understanding Systems, Changing Epistemologies: Wie steuert man ein System, das sich nicht steuern lässt?“ Das war das Thema des ersten Auer Fokus in Berlin. Die Carl-Auer Akademie hatte mit Humberto R. Maturana einen der großen Vordenker der Systemtheorie geladen. Als Gastgeber führte Bernhard Pörksen die Teilnehmenden durch das Programm dieses ganz eigenen Seminars mit dem Erfinder des Konzepts Autopoiese. Wir haben eine Teilnehmerin gebeten, ihre Eindrücke für uns aufzuschreiben:

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Humberto Maturana höchstpersönlich:
Klein ist er, der Mann, um den sich heute alles dreht. Zurückhaltend und leicht scheu wirkt er, als er, begleitet von seinem Assistenten und Bernhard Pörksen, den Eingangsbereich des „Palais in der Kulturfabrik“ betritt.

Maturana

Präsent ist er, auf der Bühne, und konzentriert. Ganz in seinem Element erzählt er von autonomen Systemen, von Kontrolle und Beeinflussung, von der Zeit der chilenischen Diktatur unter Pinochet. Die Teilnehmer hängen an seinen Lippen, sind hochkonzentriert.
Es herrscht ein wenig Hörsaalatmosphäre. Und der Professor ist eine Koryphäe der Systemtheorie, eine lebende Legende, wenn man so will.

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In den Pausen ist er stets im Gespräch. Er nimmt sich Zeit für die Anliegen, die an ihn herangetragen werden, signiert Bücher, hört zu, berät, diskutiert. Angekündigt und geplant war eine Gesprächsveranstaltung, die – dialogisch angelegt – allen Beteiligten die Möglichkeit geben sollte, in einen direkten Austausch mit den Referenten und miteinander zu gehen. Bekommen haben Sie eine viel intensivere Begegnung mit einem weisen Mann, dem man einfach zuhören muss, da er es versteht, mit seinen Geschichten auch die komplexesten Therorien zu vermitteln.
Ein Pech für jeden, der nicht dabei sein konnte.

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2. Grenzen – Systeme – Kulturen: Spezialangebot für Carl-Auer-Leserinnen und -Leser

Vom 19. bis 25. Februar 2012 findet auf der schönen Insel Ischia die Internationale Workshop- und Kongresswoche „Grenzen – Systeme – Kulturen 2012“ statt. Zum wiederholten Mal bieten die Organisatoren der PsySeminare den Teilnehmenden Gelegenheit, fachlichen Austausch mit interkultureller Begegnung und Erholung zu verbinden.

Das Schwerpunktthema des Programms 2012 lautet „Beziehung – Begegnung – Bewegung in Psychotherapie und Beratung“. Reto Mischol und Felix Böhringer haben wieder interessante Vorträge, Workshops, Supervisionsgruppen und Podiumsdiskussionen zusammengestellt. Referenten auf Ischia sind Bruno Hildenbrand, Dirk Revenstorf, Angelika Groterath, Rainer Sachse, Kirsten von Sydow, Allan Guggenbühl, Stefan Geyerhofer, Tom Levold und Devi Rada Rageth.

Die Tagungsgebühr für eine Woche beträgt 780,- €. Anreise, Verpflegung und Unterbringung werden zusätzlich berechnet.
Ein besonderes Angebot gibt es auch in diesem Jahr wieder für Leserinnen und Leser des Carl-Auer Newsletters: Alle, die sich mit dem Stichwort „Carl-Auer“ bei PsySeminare anmelden, erhalten 10% Rabatt auf den Tagungspreis. Anmeldung und weitere Informationen zur Workshopwoche finden Sie hier.

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3. E-Book über systemische Grundlagen der Psychosomatik

Patienten erkranken nie ausschließlich psychisch oder ausschließlich körperlich. Diese Ansicht hat sich mittlerweile weitestgehend durchgesetzt. Martin Bökmann hat mit seinem Buch „Systemtheoretische Grundlagen der Psychosomatik und Psychotherapie“ eine umfassende Theorie zu einem ganzheitlichen medizinischen Ansatz verfasst. Darin gelingt es dem Medizinsoziologen, die systemischen Grundlagen so darzustellen, dass sie auch dem allgemein gebildeten und interessierten Leser verständlich werden.

Bernd Hontschik meint dazu: „Die Integrierte Medizin, für die ich mich mit meiner Arbeit in der Thure von Uexküll-Akademie einsetze, hat drei ‚Standbeine‘: Konstruktivismus, Zeichentheorie und Systemtheorie. Hervorragende Literatur zum Konstruktivismus und zur Zeichentheorie gibt es in allen Schwierigkeitsgraden. Ein verständliches und gleichzeitig praktisch nutzbares Buch über die Systemtheorie und ihren Platz in der Medizin hat bisher ganz und gar gefehlt. (...) Dieses Buch füllt also eine Lücke. Und nicht nur das, es ist lesbar, lesenswert, und hinterher ist man klüger als vorher.“

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Ab sofort gibt es das Grundlagenwerk als E-Book in Carl Auers DownloadBar.

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4. Neues aus der Wissenschaft bei VsF

Wie transparent sind die Entscheidungsstrukturen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)? Hat die größte deutsche Fördereinrichtung Defizite in ihren Entscheidungsstrukturen? Ist die freie Wissenschaft bedroht? Das behaupten zumindest der Germanist Roland Reuß und der Jurist Volker Rieble in ihrem Beitrag in der FAZ. Die DFG weist diese Vorwürfe zurück. Das Ergebnis der Diskussion bisher: Behauptungen auf der einen, Erklärungen auf der anderen Seite.

Helfen könnte auf beiden Seiten das neue Buch „Beobachtungen organisationalen Wandels: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Gegensatz von Selbst- und Fremdbeschreibung“ von Niklas M. Wiegand. Der Wissenschaftler untersucht, wie es zu diesen verschiedenen Zu- und Beschreibungen der DFG kommen konnte und welche als sicher geglaubte Gewissheiten deshalb hinterfragt werden sollten.

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Was machen Berater, wenn sie beraten? Und was machen Beratene, wenn sie sich beraten lassen? Das sind die Fragen, denen sich Eberhard Blanke und Frank Uhlhorn in der zweiten November-Neuerscheinung „Wie ist Beratung möglich? Vom Dirigieren der Selbstbeobachtung“ stellen.

Ihr Vorschlag folgt der Formel „Vom Leitbild zur Leitunterscheidung“. Soziale Systeme, die sich an einer Leitunterscheidung und darauf aufbauenden Programmen orientieren, können Autonomie gegenüber ihrer Umwelt erzeugen und dann Probleme nach ihrer eigenen Maßgabe bearbeiten. Dirk Baecker meint dazu: „Das Buch lädt uns zu einem Gespräch über uns selbst ein. Und es bestätigt uns damit nicht in dem, was wir sind, sondern es verändert uns zu dem, was wir dann vielleicht noch werden wollen.“

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5. Systemische Therapie in Muster-Weiterbildungsordnung aufgenommen

Am 12. November 2011 hat der Deutsche Psychotherapeutentag in Offenbach die Ergänzung der Muster-Weiterbildungsordnung (MWBO) der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) um den Bereich „Systemische Therapie“ beschlossen. Ein entsprechender Antrag von Anni Michelmann, der berufspolitischen Referentin der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) und der Systemischen Gesellschaft (SG) wurde mehrheitlich angenommen.

Damit ist die Systemische Therapie als zweiter Weiterbildungsbereich in der MWBO neben der Klinischen Neuropsychologie berücksichtigt. Die Weiterbildung in Systemischer Therapie berechtigt gemäß MWBO dazu, die Zusatzbezeichnung „Systemische Therapie“ zu führen. Zwei Landespsychotherapeutenkammern, in Rheinland-Pfalz und Hessen, hatten bisher schon Systemische Therapie in ihre Weiterbildungsordnungen aufgenommen. Nun werden vermutlich weitere Landeskammern entsprechende Regelungen schaffen.

Die vollständige Fassung der geänderten Muster-Weiterbildungsordnung finden Sie hier.

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6. Lesermeinung: Gewinnerin im Oktober

„In seiner einzigartigen Mischung ist es wie ein reichhaltiges Büffet.“ Das hört Carl Auer gern. Mit ihrem Kommentar zum Buch „Der Realitätenkellner“ von Werner A. Leeb, Bernhard Trenkle und Martin F. Weckenmann gewann Brigitte Melzig, Change Management- und Business Coach aus Zeltweg, die Verlosung unter den eingegangenen Lesermeinungen im Oktober.

„Ein wunderbares Buch, und ich kann es allen, die sich für den hypnosystemischen Ansatz interessieren, nur ans Herz legen.“ Diesem Lob ist nichts mehr hinzuzufügen. Den vollständigen Text können Sie hier lesen.

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Carl Auer bedankt sich mit einem Buch aus unserem Programm für diese schöne Empfehlung!

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7. Veranstaltungen im Dezember 2011

1. und 2. Dezember, Stuttgart
Wenn Hilfe zur Last wird: Belastungen im Alltag der Jugendhilfe. Fachkongress der Kinderschutz-Zentren.
TREFFPUNKT Rotebühlplatz, Stuttgart

Carl-Auers Literaturtipps:
Marie-Luise Conen, Ungehorsam – Eine Überlebensstrategie. Professionelle Helfer zwischen Realität und Qualität.
Marie-Luise Conen/Gianfranco Cecchin, Wie kann ich Ihnen helfen, mich wieder loszuwerden? Therapie und Beratung mit unmotivierten Klienten und in Zwangskontexten.
Matthias Müller/Barbara Bräutigam, Hilfe, sie kommen! Systemische Arbeitsweisen im aufsuchenden Kontext.

2. und 3. Dezember, Koblenz
Der „innere Richter“ im Einzelnen und in der Kultur: Symposium zu Ehren des 80. Geburtstags von Prof. Léon Wurmser. Mit Jan Assmann, Ulrich Bahrke, Heidi Gidion, Heidrun Jarass, Marion M. Oliner, Günter Reich, Beate Steiner, Léon Wurmser.
CoenenPalais, Koblenz-Ehrenbreitstein

Carl-Auers Literaturtipps:
Peter Fuchs, Die Verwaltung der vagen Dinge. Gespräche zur Zukunft der Psychotherapie.
Helm Stierlin, Gerechtigkeit in nahen Beziehungen. Systemisch-therapeutische Perspektiven.

5. und 6. Dezember, Bensberg
2. Kongress Strategie und Entwicklung in Kirche und Gesellschaft: Siehe, ich mache alles neu. Innovation als strategische Herausforderung in Kirche und Gesellschaft. Mit Rolf Arnold, Dirk Baecker u. a.
Thomas-Morus-Akademie/Kardinal-Schulte-Haus, Bensberg

Carl-Auers Literaturtipps:
Rolf Arnold, Seit wann haben Sie das? Grundlinien eines Emotionalen Konstruktivismus.
Dirk Baecker, Nie wieder Vernunft. Kleinere Beiträge zur Sozialkunde.

5. und 6. Dezember, Bonn
14. DIE-Forum Weiterbildung: Grenzenlos Lernen. Mit Grenzen und Entgrenzung didaktisch umgehen.
Collegium Leoninum, Bonn

Carl-Auers Literaturtipps:
Rolf Arnold, Ich lerne, also bin ich. Eine systemisch-konstruktivistische Didaktik.
Christa Hubrig, Gehirn, Motivation, Beziehung – Ressourcen in der Schule. Systemisches Handeln in Unterricht und Beratung.

8. bis 10. Dezember, Freiburg
Neueste Medien unter Kontrolle? Medien- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die strittige Neugestaltung unserer Kommunikation. Interdisziplinäre Tagung. Mit Dirk Baecker u. a.
Institut für Medienwissenschaft / Liefmannhaus, Freiburg

Carl-Auers Literaturtipps:
George Lakoff/Mark Johnson, Leben in Metaphern. Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern.
George Lakoff/Elisabeth Wehling, Auf leisen Sohlen ins Gehirn. Politische Sprache und ihre heimliche Macht.

8. bis 12. Dezember, Phoenix (USA)
11th International Congress on Ericksonian Hypnosis and Psychotherapy. Mit Stephen Gilligan, Joyce Mills, Ernest Rossi, Dan Short, Michael Yapko, Jeffrey Zeig u. v. a.
Hyatt Regency, Phoenix (USA)

Carl-Auers Literaturtipps:
Stephen G. Gilligan, Therapeutische Trance. Das Prinzip Kooperation in der Ericksonschen Hypnotherapie.
Joyce C. Mills/Richard J. Crowley, Therapeutische Metaphern für Kinder und das Kind in uns.
Dan Short/Claudia Weinspach, Hoffnung und Resilienz. Therapeutische Strategien von Milton H. Erickson.

9. und 10. Dezember, Wiesbaden
Biografie und Lebenswelt. Herausforderungen für eine kritische Soziale Arbeit. Jahrestagung des Netzwerks „Rekonstruktive Sozialarbeitsforschung“.
Hochschule RheinMain, Wiesbaden

Carl-Auers Literaturtipps:
Heiko Kleve, Ambivalenz, System und Erfolg. Provokationen postmoderner Sozialarbeit.
Heiko Kleve, Aufgestellte Unterschiede. Systemische Aufstellung und Tetralemma in der Sozialen Arbeit.
Olaf Maaß, Die Soziale Arbeit als Funktionssystem der Gesellschaft.

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Übrigens: Seit letzter Woche sind wir „trocken“! Die Heizlüfter und Ventilatoren sind verschwunden, und fleißige Handwerker tapezieren und legen einen neuen Boden in den Flur. So steht einer besinnlichen Adventszeit nichts mehr im Wege. Wir wünschen Ihnen eine ebensolche,

mit herzlichen Grüßen
Ihr Carl-Auer Team

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