Liebe Freunde des Carl-Auer Verlags,

für viele Schüler ist der Mai kein Wonnemonat. Spätestens nach den Osterferien beginnt der Endspurt in Richtung Schuljahresabschluss und Versetzung. Der Druck auf Schüler, Lehrer und Eltern nimmt spürbar zu, und Nachhilfeanbieter verzeichnen steigende Umsätze. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung investieren Eltern in Deutschland jährlich 879 Millionen Euro in private Fördermaßnahmen für ihre Kinder. Schlechte Noten sind dabei mitnichten ausschlaggebend. Mehr als jeder dritte Schüler erhält Nachhilfe auch bei befriedigenden bis sehr guten Leistungen. Grund genug, das Thema Leistungsdruck, Stress und Versagensängste bei Schülern in unseren Newsletter aufzunehmen.

1. „Weniger Stress – mehr Kindheit!“ – Ein Plädoyer fürs kreative Kopfkino

Anhaltende Überforderung macht krank. Dass sie bei Kindern und Jugendlichen psychische Störungen hervorrufen kann, ist bekannt. Betroffen ist stets das gesamte Umfeld aus Eltern, Mitschülern, Geschwistern und Lehrern. Damit zu viel Druck nicht in Gegendruck, Wut oder Aggression umschlägt, hat Brian M. Alman eine Methode entwickelt, die es Kindern und Jugendlichen erlaubt, Abstand zu bedrückenden Emotionen zu gewinnen.

Mit seinem Buch „Weniger Stress – mehr Kindheit! – Ein Stressbewältigungsprogramm für Kinder, ihre Eltern und Lehrer“ bietet der Autor Hilfe zur Selbsthilfe an. Die zentrale Rolle übernimmt dabei das Kopfkino: Alman animiert dazu, sich die eigenen Sorgen wie Szenen eines Films vorzustellen. Anschließend werden die Rollen gewechselt, und aus Zuschauern werden Jurymitglieder, die ihren eigenen inneren Spielfilm bewerten.

Almans Methode unterstützt Kinder, Abstand von bedrohlichen Bildern zu gewinnen und Blockaden abzubauen. Der Autor ermutigt dazu, belastende Erlebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und mehr Gelassenheit zu gewinnen. Der praktische Teil des Buches enthält 36 Antistressübungen und lädt Eltern, Betreuer und Pädagogen ein, die ersten Schritte in Richtung weniger Stress gemeinsam mit den Schülern zu gehen.
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Brian M. Alman

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2. Konflikte, Frust und Aggression abbauen: So funktioniert der Klassenrat!

Wo Menschen zusammenleben, entstehen unweigerlich Konflikte. Der Klassenrat ist ein wirkungsvolles Instrument zur Lösung von Differenzen in der Schule. Davon ist Cornelia Wolf, Diplom-Pädagogin und systemische Beraterin, überzeugt.

In ihrem Buch „Der Klassenrat – Konflikte demokratisch lösen“ aus der erfolgreichen Carl-Auer Reihe „Spickzettel für Lehrer“ gibt die Autorin ihre Erfahrungen mit dem Klassenrat weiter und liefert zugleich eine praktische Anleitung für die erfolgreiche Einrichtung einer solchen Schlichtungsinstanz. Die Autorin zeigt, dass ein Klassenrat nicht nur auf Augenhöhe mit den Schülern Konflikte lösen kann, sondern auch Lehrer spürbar entlastet und eine positive Dynamik für die Klassengemeinschaft enthält.

An Schulen ohne Schulsozialarbeiter ermutigt Cornelia Wolf die Lehrer, selbst aktiv zu werden und hilft ihnen, Stolpersteine auf dem Weg zum Klassenrat zu umgehen. Der „Spickzettel“ eignet sich sowohl für Klassenrat-Neulinge als auch für erfahrene Lehrer und Schulsozialarbeiter, die sich kurz vor dem nächsten Klassenratstermin wichtige Fragen oder Abläufe in Erinnerung rufen wollen.
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Cornelia Wolf

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3. Sprechen Sie mal mit Ihrem Körper, wenn Sie ihn schon dabei haben!

Manchmal versteht man sich ohne Worte. Stirnrunzeln zum Beispiel ist in fast allen Kulturen ein Zeichen von Ärger oder Bedenken. Lächeln wird weltweit als Sympathiezeichen verstanden. Aber wie steht es um die subtileren Codes unseres Körpers?

Claudia Timpner und Ruth Eckert plädieren in ihrem Buch „Körpersprache in der schulischen Kommunikation“ für einen gezielten Einsatz von nonverbalen Signalen im Umgang mit Kollegen, Schülern, Eltern und Vorgesetzten. Die Autorinnen zeigen, wie Körpersignale verbale Äußerungen verstärken und modulieren können. Eine passende Körpersprache, verbunden mit der entsprechenden inneren Haltung kann helfen, überzeugend aufzutreten und natürliche Autorität zu entfalten.
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Claudia Timpner und Ruth Eckert haben viele Tipps und Anleitungen aus dem Werkzeugkasten der Theaterpädagogik entlehnt, denn Körpersprache kann trainiert werden. „Körpersprache in der schulischen Kommunikation“ ist ein praxisnahes Lern- und Übungsbuch zum Selbststudium für Lehrer und Erzieher.
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Claudia Timpner und Ruth Eckert

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4. Inklusion an der Schule – Wie kann das klappen?

Die Pflicht zur Einbeziehung aller Schüler in die Schule, behindert oder nicht behindert, stößt vielfach auf den Widerstand von Eltern und Lehrern. Diese Erfahrung hat Saskia Erbring als Beraterin für systemische Pädagogik und inklusive Schulentwicklung an zahlreichen Schulen gemacht.

In ihrem neuen Buch „Einführung in die inklusive Schulentwicklung“ betrachtet sie den Inklusionsprozess nicht nur mit Blick auf die handelnden Personen, sondern auch auf die Schule als Organisationsform. Saskia Erbring nimmt bezug auf Grundlagen systemischer Organisationsentwicklung und eröffnet einen breiten Handlungsspielraum, der gut auf Schulen übertragen werden kann.

Dabei unterscheidet die Autorin zwischen den sachlichen, sozialen und zeitlichen Sinndimensionen und erläutert deren Bedeutung für das organisationale Lernen. Zu jeder der Dimensionen vermittelt Sakia Erbring systemische Arbeitsmethoden und gut umsetzbare Hinweise für die Gestaltung einer inklusiven Schule. Das besondere Augenmerk legt sie auf ressourcenorientierte Teamarbeit – auf einen Inklusionsprozess, der Lehrkräfte, Sonderpädagogen, Schulleiter, Eltern und Schüler gleichermaßen einbezieht und entlastet.

Im praktischen Teil des Buches liefert die Autorin Fallbeispiele und praxisnahe Leitfragen, die Lehrern und Elternbeiräten helfen können, inklusive Schulentwicklungsprozesse erfolgreich zu gestalten.
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Saskia Erbring

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5. „Reden reicht nicht!?“ – Michael Bohne beantwortet Fragen zum Kongress

Vom 26. bis 29. Mai 2016 findet in der Stadthalle Heidelberg die 2. Tagung „Reden reicht nicht!? – Bifokal-multisensorische Interventionstechniken“ statt. Der Vorkongress ist am 25. Mai 2016.

Michael Bohne, Mitinitiator des Kongresses, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Begründer der Prozess- und Embodimentfokussierten Psychologie (PEP) hat uns die wichtigsten Fragen zu den Zielen der Veranstaltung beantwortet. Hier ein Teil des Interviews, das Sie in voller Länge unter Carl-Auer-Neuigkeiten nachlesen können:

Carl Auer: Warum sollte man unbedingt in Heidelberg dabei sein?
Michael Bohne: Weil „Reden reicht nicht!?“ die innovativste und größte Veranstaltung zum Thema bifokal-multisensorischen Interventionstechniken überhaupt ist. Mir ist kein anderer Fachkongress bekannt, der Teilnehmern einen solch kompakten, umfassenden und aktuellen Einblick in die neuesten Bottom-up-Techniken vermittelt. Das ist absolut State of the Art.
Carl Auer: Worum geht’s?
Michael Bohne: Es geht darum, hilfreiche Methoden und Techniken aus der Praxis, die bifokal-multisensorisch ausgerichtet sind, schon jetzt der Expertenschaft vorzustellen, zu einem Zeitpunkt, zu dem viele der Methoden noch gar keine oder sehr wenige wissenschaftliche Forschungsergebnisse vorweisen können. Bei neuen Methoden sagt das ja überhaupt nichts aus, wenn es noch keine Untersuchungen gibt. Die Wissenschaft hängt naturgemäß der Praxis immer um Jahre hinterher.
Carl Auer: Für wen ist die Veranstaltung interessant?
Michael Bohne: Angesprochen fühlen sich in erster Linie Psycho- und Traumatherapeuten unterschiedlichster Herkunft und Coachs. Hochinteressant ist die Veranstaltung auch für Ärzte, die nicht im „Psychobereich“ arbeiten. Die kommen mit ihrem oft völlig anderen Setting und ihren anderen Behandlungsmöglichkeiten und können in diesem Rahmen neue oder zusätzliche Ansätze integrieren, die ihnen anderswo gar nicht begegnen würden.
Carl Auer: Wie wird es weitergehen? Wird es ein „Reden reicht nicht!?“ 2018 geben?
Michael Bohne: Es ist kaum vorstellbar, dass es 2018 keinen „Reden reicht nicht!?“-Kongress geben wird. Aber jetzt freuen wir uns erst einmal auf „Reden reicht nicht!?“ 2016.
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Michael Bohne, © Anja Weber | Berlin
Das Buch „Reden reicht nicht!? – Bifokal-multisensorische Interventionstechniken“ mit Beiträgen von Michael Bohne, Martin Grunwald, Evelyn Beverly Jahn, Matthias Ohler, Eva Pollani, Gary Bruno Schmid, Gunther Schmidt, Bernhard Trenkle und Matthias Wittfoth erscheint Ende Mai.

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6. „Amuse-Gueule“ – Feine Häppchen zum Carl-Auer-Herbstprogramm 2016

Unter dem Stichwort „Amuse-Gueule“ wollen wir ab sofort in unregelmäßigen Abständen als Gruß aus dem Lektorat auf das Herbstprogramm 2016 des Carl-Auer Verlags Appetit machen. Leseproben gibt es in der Rubrik Carl-Auer-Neuigkeiten. Lassen Sie sich überraschen!
 
Den Anfang macht Rolf Arnold, Professor für Pädagogik mit Schwerpunkt in der Berufs- und Erwachsenenbildung. Er erlaubt einen ersten Blick in sein neues Buch „Wie man wird, wer man sein kann – 29 Regeln zur Persönlichkeitsbildung“. Es ist die Fortsetzung seiner Reihe „29 Regeln für ...", die im Carl-Auer-Programm LebensLust erschien.
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7. Neu im Bücherregal

Soeben ist „Auf leisen Sohlen ins Gehirn – Politische Sprache und ihre heimliche Macht“ von George Lakoff und Elisabeth Wehling in 4. Auflage und um ein neues Nachwort erweitert erschienen. Die Autoren nehmen darin direkt Bezug auf kontrovers diskutierte tagespolitische Ereignisse, wie die Flüchtlingsbewegung in Europa und den Wahlkampf des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump.
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8. Veranstaltungen im Juni 2016 und weiterführende Carl-Auer-Literaturtipps

8. bis 10. Juni 2016, Mühlhausen
8. Jahrestagung Multifamilientherapie: „Multifamilientherapie im Mittelpunkt – und was noch? Welche therapeutischen Mittel unterstützen die Arbeit der Multifamilientherapie?“
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Mühlhausen

Carl-Auer Literaturtipps:
Eia Asen, Michael Scholz: „Praxis der Multifamilientherapie"
Annalisa Neumeyer: „Einführung in das therapeutische Zaubern“



11. bis 18. Juni 2016, Wigry
Silbernes Jubiläum: 25 Jahre Deutsch-Polnische Seminarwoche
mit Matthias Ohler, Cornelie Schweizer, Bernhard Trenkle, u. a.
Kloster Wigry (Polen)

Carl-Auer-Literaturtipps:
Bernhard Trenkle: „Dazu fällt mir eine Geschichte ein – Direkt-indirekte Botschaften für Therapie, Beratung und über den Gartenzaun“
Cornelie C. Schweizer: „Vom blauen Dunst zum frischen Wind – Hypnotherapeutische Raucherentwöhnung in 5 Sitzungen. Das Tübinger Programm“

17. bis 20. Juni 2016, Lübeck
119. Verhaltenstherapiewoche:
„Problematische interpersonelle Verhaltensmuster bei Persönlichkeitsstörungen Psychotherapie seltener psychischer Störungen“

Carl-Auer-Literaturtipps:
Hans Lieb: „Störungsspezifische Systemtherapie – Konzepte und Behandlung“
Roland Schleiffer: „Das System der Abweichungen – Eine systemtheoretische Neubegründung der Psychopathologie“

22. Juni 2016, Köln
Fachtag „Burnout und Balance - Kompetenz im Gesundheitscoaching"

Carl-Auer-Literaturtipps:
Matthias Lauterbach: „Gesundheitscoaching – Strategien und Methoden für Fitness und Lebensbalance im Beruf“
Ortwin Meiss: „Hypnosystemische Therapie bei Depression und Burnout“

29. Juni 2016, Besselich-Urban
DGSF-Fachtag 2016/BarCamp: „Quo Vadis – Systemisches Coaching, Supervision und Organisationsentwicklung?“
Klostergut Besselich Urbar, bei Koblenz

Carl-Auer-Literaturtipps aus der Reihe Carl-Auer-Compact:
Sonja Radatz: „Einführung in das systemische Coaching“
Ralph Grossmann, Günther Bauer, Klaus Scala:
„Einführung in die systemische Organisationsentwicklung“
Andrea Ebbecke-Nohlen: „Einführung in die systemische Supervision“


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Wichtiger Hinweis: Für alle, die mehr Vorlaufzeit brauchen, um Veranstaltungen einplanen und besuchen zu können, gibt’s auf unserer Website einen Veranstaltungskalender. Er wird kontinuierlich aktualisiert und ergänzt: www.carl-auer.de!

mit herzlichen Grüßen
Ihr Carl-Auer Team

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