Liebe Freunde des Carl-Auer Verlags,

Backlist heißt im Verlagsgeschäft die Liste jener Titel, die bereits erschienen und noch lieferbar sind. Die Backlist könnte man deshalb auch als das „Kapital“ eines Verlags bezeichnen, weil sie sein Profil und sein Renommee widerspiegelt. Mit jeder neuen Saison rücken die Novitäten ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

In Newslettern, auf der Website des Verlages und auf allen anderen Kommunikationskanälen geht es dann vorrangig um die Neuerscheinungen.

Immer aber gehören Novitäten in die Fluchtlinie ihrer Vorgänger, sei es thematisch, methodisch-konzeptionell oder auf andere Weise. Zusammen bilden sie eine Produktfamilie, die – wie fast immer bei nahen Verwandten – das Gesicht eines Verlags ausmacht und schärft. Wir bringen heute einige Novitäten mit Titeln aus der Backlist in einen hoffentlich spannenden Dialog. Lassen Sie sich inspirieren!

1. Zeichen und Buchstaben in der Therapie

In ihrem Blog „Schreiben beflügelt“ stellt Jutta Michaud eine interessante Verbindung von Carmen C. Unterholzers „Es lohnt sich, einen Stift zu haben – Schreiben in der systemischen Therapie und Beratung“ zu ihrer eigenen Arbeit her. Die Rezensentin beschäftigt sich professionell mit gesundheitsförderndem Schreiben und meint: „Viele der von Unterholzer beschriebenen Schreibinterventionen haben wir ebenfalls im Repertoire – allerdings in einer völlig anderen Mischung und mit einer anderen Zielrichtung. Uns geht es um Gesundheitsprophylaxe und Resilienzstärkung und dazu setzen wir verstärkt auf die kreativen Aspekte des Schreibprozesses. Denn die –  da sind wir uns mit Unterholzer einig –  scheinen einen besonders intensiven Einfluss auf die Entwicklung von Vertrauen in die Selbstwirksamkeit zu haben. Das ist jene starke Kraft, die Menschen die Sicherheit gibt, auch schwierige Lebenssituationen erfolgreich meistern zu können.“ Dass sich diese Beobachtungen mit dem Konzept von Carmen C. Unterholzer vereinbaren lassen, zeigt dann die Lektüre ihres Buches.
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Porträt © Karl-Heinz Ströhle
Carmen C. Unterholzer: „Es lohnt sich, einen Stift zu haben – Schreiben in der systemischen Therapie und Beratung“

Um ganz spezielle Schriftformen im therapeutischen Kontext, um Briefe, geht es in Michael Whites und David Epstons „Die Zähmung der Monster – Der narrative Ansatz in der Familientherapie“. Auch Carmen C. Unterholzer erwähnt das Briefeschreiben in ihrem Buch. Aber Michael White und David Epston widmen gleich mehrere Kapitel den Entlassungsbriefen, Vorhersagen, Referenzschreiben, Briefen für besondere Anlässe, erzählenden Briefen oder selbstverfassten Geschichten und räumen ihnen eine herausragende Rolle ein. Helm Stierlin hat diese außergewöhnliche Integration narrativer Elemente in das Therapiekonzept so bewertet: „Das vorliegende Werk zeigt sich als gelungenes Ergebnis einer langjährigen Kooperation. Es zentriert sich um einen Themenbereich, der in der familientherapeutischen und systemischen Literatur lange zu kurz kam: Die Bedeutung und Nutzung von schriftlichem Material, insbesondere von Briefen im therapeutischen Prozess.“ So dezidiert wie diese beiden Autoren haben andere Therapeuten selten diesen methodischen Ansatz beschrieben und angewandt.
Michael White, David Epston: „Die Zähmung der Monster – Der narrative Ansatz in der Familientherapie“

In „Landkarten der narrativen Therapie“ treten die Buchstaben gewissermaßen hinter die Zeichen zurück. Michael White erklärt dies so: „Die Landkarten, mit denen ich in diesem Buch arbeite, sind wie alle Landkarten Konstruktionen, die auf Reisen – in unserem Fall auf Reisen mit Menschen, die wegen ihrer Sorgen und Nöte bei Therapeuten Rat suchen – Orientierung geben. Wie andere Landkarten helfen sie, den Weg zum Ziel zu finden, der vor der Reise nicht festgelegt werden konnte, und Routen zu nehmen, die man vorher nicht kannte.“ Konkret können Visualisierungen von Traumata, Suchtproblemen oder Verlusterfahrungen als Landkarten sowohl Therapeuten als auch Klienten ganz neue Perspektiven aufzeigen: Wird die Lebensgeschichte zu einem offenen Wegenetz, lassen sich Territorien erforschen, die bis dahin gänzlich unbekannt waren und plötzlich tun sich neue Möglichkeiten auf.
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Michael White: „Landkarten der narrativen Therapie“

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2. Zwei (plus ein zukünftiger) Klassiker der Organisationsberatung

Es heißt, der Beratermarkt verlange nach Tools. Brillant, lakonisch und mitunter witzig, mit hintersinnigen Zeichnungen angereichert, liefert Torsten Groths „66 Gebote systemischen Denkens und Handelns in Management und Beratung“ all jenen, die wohlfeile Lösungen bevorzugen, alles andere als den entsprechend handlichen Werkzeugkasten! Aber alle Leser, die der äußeren Erscheinung und den scheinbar simplen Botschaften („66 Gebote“) misstrauen, werden reich belohnt. Torsten Groth führt durch sechs der wichtigsten Beratungsfelder und bietet, nicht zuletzt dank einer wohldurchdachten und umfangreichen Literaturliste, interessierten Profis genügend Stoff, um für lange Zeit in die Welt der systemischen Theorie und Praxis ein- oder abzutauchen. Absolut faszinierend, wie es dem Autor wieder und wieder gelingt, die hohe Anschlussfähigkeit des systemischen Denkens aufscheinen zu lassen. „Groth fasst prägnant zusammen, was systemisches Denken bedeutet. Dabei wird er Soziologen wie Psychologen, Systemtheoretikern wie praktischen Systemikern gerecht. Mehr gemeinsamer Nenner geht nicht.“ (Martin Pichler in „wirtschaft + weiterbildung“, 05_2017)
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Torsten Groth: „66 Gebote systemischen Denkens und Handelns in Management und Beratung“

„Theorie U – Von der Zukunft her führen. Presencing als soziale Technik“ ist nichts weniger als C. Otto Scharmers Gegenentwurf zur klassischen Theorie und Praxis von sozialen Veränderungsprozessen. Er entstand aus der Einsicht, dass die vorhandenen theoretischen Konzepte obsolet geworden sind, weil sie die moderne soziale Komplexität nur inadäquat abbilden. Zusammen mit Katrin Käufer wendet Scharmer in „Von der Zukunft her führen – Theorie U in der Praxis. Von der Egosystem- zur Ökosystem-Wirtschaft“ seine neu gewonnenen Einsichten konsequent auf die Praxis in Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Medien, Wissenschaft und Kommunen an. Der Clou: Statt auf ein „Egosystem-Bewusstsein“, das auf das Eigenwohl konzentriert ist, bauen die Autoren auf ein „Ökosystem-Bewusstsein“, das auf das Gemeinwohl ausgerichtet ist. Dieser Bewusstseinswandel betrifft nicht nur Individuen, sondern auch Teams, Gruppen und Organisationen und Gesellschaften. „Ein Wendepunkt", konstatiert Peter Senge. „Eine inspirierende, praktische Verknüpfung von inneren und äußeren Dimensionen der systemischen Veränderungen, an denen weltweit so viele Menschen arbeiten.“
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Porträt © Sven Nieder
C. Otto Scharmer: „Theorie U – Von der Zukunft her führen. Presencing als soziale Technik“
C. Otto Scharmer, Katrin Käufer: „Von der Zukunft her führen – Theorie U in der Praxis. Von der Egosystem- zur Ökosystem-Wirtschaft“

„Für James March ist die Vorstellung, dass der Oberzweck der Organisation durch eine harmonische Umsetzung der vom gemeinsamen Oberzweck abgeleiteten Unterzwecke erreicht wird, eine reine Fantasievorstellung des Topmanagements", sagt der Soziologe Stefan Kühl in einem aktuellen Beitrag für die sozialtheoristen.de. Das Zitat und die darin enthaltene Kritik an den Rationalisierungskonzepten des modernenen Organisationsmanagements könnte man als Kernthese des Autors von „Zwei Seiten der Erfahrung – Wie Organisationen intelligenter werden können“ verstehen. So erklärt March: „Das Herzstück einer guten Beratung ist die Einsicht, dass kein Berater genug über die Zusammenhänge weiß, um konkrete Ratschläge zu erteilen. Ein guter Berater kann bestimmte Dinge ansprechen. Was er sagt, ist immer irgendwie falsch, es sollte aber mindestens so falsch sein, dass es einen Manager dazu bringt, noch einmal neu darüber nachzudenken, was er eigentlich tut. Wenn er noch einmal neu nachdenkt, findet er schon selbst heraus, was er sinnvollerweise tun kann.“ Zu guter Letzt noch ein Zitat: „James March ist für die Organisationstheorie das, was Miles Davis für den Jazz ist“, so John Padgett, University of Chicago, für Spiegel Online 2007.
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Porträt © Simon Rodan
James G. March: „Zwei Seiten der Erfahrung – Wie Organisationen intelligenter werden können“

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3. Die Metapher – des Pudels Kern beim Storytelling?

Bilder gehören zur Welt der mündlichen Kommunikation. Die gesprochene Sprache hat eine „andere Codierung“ als das geschriebene Wort, weshalb das Schreiben über Metaphern eine paradoxe Herausforderung ist. Diese Feststellung umreißt die Aufgabe, der sich Consuelo Casula in „Gärtner, Prinzessinnen, Stachelschweine – Metaphern und Geschichten für die persönliche und berufliche Entwicklung“ gestellt hat. Die Autorin schafft den Spagat, indem sie äußerst fundiert theoretisch und didaktisch in die Arbeit mit Metaphern und Bildern einführt. Gleichzeitig bietet das Buch – im Textlayout hervorgehoben – über 100(!) Geschichten als anschauliche Beispiele, die immer wieder zahllose Brücken zurück zur Theorie schlagen. So hat der Leser die freie Wahl, ob er von Geschichte zu Geschichte voranschreiten möchte auf der Suche nach geeigneten Bildern und Metaphern für die eigene therapeutische Arbeit – oder ob er sich die Anleitungen zur Metaphernbildung zueigen macht und ganz selbstständig neue Bilderwelten entstehen lässt. In diesem Lehr- und Anschauungsbuch durchdringen sich Theorie und Praxis auf einzigartige Weise. Das in viele Sprachen übersetzte Standardwerk ist ein Gewinn – nicht nur für Hypnotherapeuten, sondern für alle, die die Narration als integralen Bestandteil ihrer professionellen Tätigkeit einsetzen.
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Consuelo Casula: „Gärtner, Prinzessinnen, Stachelschweine – Metaphern und Geschichten für die persönliche und berufliche Entwicklung“

Bernhard Trenkle muss man Freunden des Carl-Auer Verlags nicht vorstellen. Der hoch anerkannte Hypnotherapeut und versierte Autor beleuchtet in „Dazu fällt mir eine Geschichte ein – Direkt-indirekte Botschaften für Therapie, Beratung und über den Gartenzaun“ einen weniger beachteten Aspekt des Erzählens: Er konzentriert sich auf den echten oder nur unterstellten Zuwachs an Authentizität, den eine Geschichte dadurch gewinnt, dass sie als eine persönlich erlebte vorgetragen wird. Dieses Mehr an Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit verändert die Narration und zugleich die Rolle des Erzählenden. Denkanstöße, Ratschläge oder Suggestionen, die in eine solche Geschichte verpackt werden, entfalten oft eine „Depotwirkung“, wie der Autor es nennt. Sie können um ein Vielfaches stärker wirken, als eine direkte Intervention. Damit steht Bernhard Trenkle mit seinen therapeutischen Geschichten in der Tradition der indirekten Interventionen, die auf Milton H. Erickson, den vielleicht wichtigsten und einflussreichsten Mitbegründer der modernen Hypnotherapie, zurückgeht.
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Porträt © Timo Volz
Bernhard Trenkle: „Dazu fällt mir eine Geschichte ein – Direkt-indirekte Botschaften für Therapie, Beratung und über den Gartenzaun“


In George Lakoffs und Mark Johnsons „Leben in Metaphern – Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern“ haben die Bilder die Welt der Fabeln und Storys endgültig hinter sich gelassen und sind in der Alltagssprache angekommen. Tatsächlich treten sie den Beweis an, dass Metaphern in unserer Sprache allgegenwärtig sind. Welche eminent politische Macht sie entfalten können, hat George Lakoff gemeinsam mit der Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling vor allem in seinen jüngeren Veröffentlichungen nachgewiesen. Die Lektüre dieses fesselnden und unterhaltsamen Buches aber ist ein wunderbarer Einstieg für alle jene, die die Doppelbödigkeit der Sprache zwar immer schon gespürt haben, sie sich aber nicht richtig erklären konnten. Die überragende Leistung der Autoren besteht darin, die Komplexität der behandelten Themen auf der Höhe der kognitiven Linguistik und Sprachphilosophie zu verhandeln und dabei auf Fachsprache weitgehend zu verzichten. Ein anspruchsvolles, gänzlich unprätentiöses Buch, das uns alle angeht!
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George Lakoff, Mark Johnson: „Leben in Metaphern – Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern“

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4. Erziehung – wertschätzend, lösungsorientiert, systemisch

Rolf Arnold hat mit seinen Titeln „29 Regeln für ... " beim Carl-Auer Verlag fast so etwas wie eine eigene Programmreihe kreiert. Gemeinsam ist ihnen der wertschätzende, systemische, lösungsorientierte Ansatz und der enge Bezug zu Alltagsproblemen. Der Autor, Professor für Pädagogik und systemischer Berater, fokussiert auf die Fähigkeit eines jeden Menschen, sich selbst zu reflektieren und sich bewusst weiterzuentwickeln. Vor allem deshalb sind seine Bücher lehrreich und inspirierend, aber alles andere als autoritär.

Jeder Mensch ist in seiner Erkenntnis, seinen Urteilen und seinen Handlungen davon bestimmt, was in seinem Verhaltensrepertoire und Denken angelegt ist. Wie sieht unter solchen „Voraus-Setzungen“ der Spielraum für einen Entwicklungsprozess aus? „Ganz gut“, meint Rolf Arnold in „Wie man wird, wer man sein kann – 29 Regeln zur Persönlichkeitsbildung“. Der Autor führt seine Leser durch einen Parcour von Regeln, die tatsächlich etwas mit ihnen „machen“. Die Übungen und Reflexionen schärfen Aufmerksamkeit und Selbstwahrnehmung. Wer aber die Regeln als Anweisungen statt als Denkimpluse missdeutet, wird spätestens an der allerletzten Regel scheitern. Diese lautet: „Misstraue den 28 Regeln und komme ohne sie aus!“ Geistreicher hätte Rolf Arnold nicht umreißen können, was seiner Meinung nach als Möglichkeit in jedem Menschen angelegt ist: Sich selbst gemäß seinen eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten im besten Sinne zu bilden.
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Rolf Arnold: „Wie man wird, wer man sein kann – 29 Regeln zur Persönlichkeitsbildung“

Personaler pflegen bei der Besetzung von Top-Positionen nach der „Führungserfahrung“ von Bewerbern zu fragen. Führung und Erfahrung scheinen irgendwie zusammenzugehören. Kann man also mit der Zeit lernen, andere dazu zu bringen, das zu tun, was man für richtig hält? Ganz so einfach ist es wohl nicht. Kluge Führung gestaltet Beziehungen und schafft „Spirit“, indem sie die Eigendynamik von Gruppen, Teams oder Organisationen stärkt. Kluge Führung greift nur selten zu autoritären Machtmitteln, auch wenn diese verfügbar sind und ihr Einsatz legitimiert ist. Davon ist Rolf Arnold zutiefst überzeugt und zeigt in „Wie man führt, ohne zu dominieren – 29 Regeln für ein kluges Leadership“ auch die riskanten Seiten eines klugen Führungsstils auf. Wer danach handelt, bewegt sich nicht in einer Welt der Wenn-dann-Gewissheiten. Ein kollaborativer Führungsstil setzt bei allen Beteiligten – einschließlich den Chefs – Dialogfähigkeit und die Bereitschaft voraus, unerwartete Lernkurven zu nehmen. Rolf Arnold kennt und reflektiert als Wissenschaftler den neuesten Forschungsstand zum Thema Leadership. Als Berater und Supervisor in Unternehmen und Organisationen bringt er zudem weltweit gesammeltes fundiertes Praxiswissen mit.
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Rolf Arnold: „Wie man führt, ohne zu dominieren – 29 Regeln für ein kluges Leadership“

Erziehung ohne Beziehung ist wie Schwimmen ohne Wasser – man kann keine Kinder erziehen, zu denen man nicht in einer wirklichen Beziehung steht. Über das „Wie“ einer gelungenen Beziehung ist damit jedoch noch nicht viel gesagt. Aber von ihrer Qualität hängt alles ab, meint Rolf Arnold in „Wie man ein Kind erzieht, ohne es zu tyrannisieren – 29 Regeln für eine kluge Erziehung“. Der Autor und Pädagoge räumt zunächst mit einigen lieb gewonnenen Erziehungsidealen auf: Es gibt keine partnerschaftliche Erziehung, unsere Kinder sind nicht unsere besten Freunde. Kinder brauchen unsere erwachsene Stimme, sie brauchen Zuwendung und Führung. Erziehung muss Sicherheit vermitteln und Perspektiven schaffen, aber auch Grenzen aufzeigen. Rolf Arnold hat in diesem Buch 29 Regeln für eine kluge, wirksame Erziehung zusammengestellt. „Interventionen“ wie der Fünf-Finger-Check, das Erziehungsmakroskop oder der Erziehungsreflektor eröffnen nicht nur in alltäglichen Situationen neue Handlungsmöglichkeiten. Als besonders hilfreich erweisen sie sich immer dann, wenn Eltern und Lehrkräfte mit ihrer Weisheit an Grenzen kommen.
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Rolf Arnold: „Wie man ein Kind erzieht, ohne es zu tyrannisieren – 29 Regeln für eine kluge Erziehung“

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5. „Was ist der Fall? Und was steckt dahinter?“

„Was ist der Fall? Und was steckt dahinter? – Diagnosen in systemischer Theorie und Praxis“ hieß es vor wenigen Tagen auf einem Fachkongress in Heidelberg, organisiert u. a. von der Carl-Auer Akademie. Das Fachpublikum hatte drei Tage lang die Gelegenheit, sich in Vorträgen, Panels und Workshops den unterschiedlichsten Facetten der Frage nach dem Fall anzunähern. Geht es um Fälle und Fallbesprechungen, Bewertungen und Diagnosen, dann geht es immer auch um Gruppen und Beziehungsdynamiken und – was schnell aus dem Blick gerät – auch um Kräfte und Kraftfelder. Damit ist – grob umrissen – der gemeinsame Horizont aufgespannt, vor dem sich die nachfolgenden Titel bewegen, jeder ganz eigenständig und dennoch verbunden.

Nach dem großen Erfolg von „Einführung in die Gruppendynamik“ hat das Autoren-Duo Oliver König und Karl Schattenhofer mit „Einführung in die Fallbesprechung und Fallsupervision“ seine Zusammenarbeit mit dem Carl-Auer Verlag jetzt fortgesetzt. Worum geht es? In vielen Berufen sichern Fallbesprechungen und Fallsupervisionen die Qualität der täglichen Arbeit ab. Was dabei mitunter aus dem Blick gerät, ist der Umstand, dass Fallbesprechungen zwei Komponenten haben: Neben dem „Dort und Damals“ des besprochenen Falls spielt auch das „Hier und Jetzt“ der Gruppe eine bedeutende Rolle. Fallbesprechungen sind besondere soziale Situationen, in denen ein komplexes Wechselspiel von Falldynamik und Gruppendynamik herrscht. Oliver König und Karl Schattenhofer untersuchen diese Wirkkräfte in den Bereichen Gruppendynamik, systemisches Arbeiten und qualitative Sozialforschung. Ihr multiperspektivischer Ansatz hilft Lesern, eine besondere Kompetenz in der Leitung solcher Gruppen zu entwickeln. Wie anwendungsnah und relevant das Buch ist, erkennt sofort, wer sich klar macht, wo heute überall Fallbesprechungen zum täglichen operativen Geschäft gehören und wie wenig Fachliteratur zur Verfügung steht.
Fallbesprechung Schattenhofer, Karl Koenig, Oliver ©
Porträt König © Konrad Gös
Oliver König, Karl Schattenhofer: „Einführung in die Fallbesprechung und Fallsupervision“

Mit „Einführung in die Gruppendynamik“ haben Oliver König und Karl Schattenhofer einen Klassiker geschaffen. Das Buch ist inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt. Es behandelt neben den grundlegenden gruppendynamischen Arbeitsformen und -prinzipien auch die Vorgehensweise und Haltung eines gruppendynamischen Trainers und vermittelt einen fachlich fundierten und praxisnahen Eindruck davon, was und wie in einem gruppendynamischen Training gelernt werden kann. Natürlich schöpfen die Autoren dabei aus ihrer langjährigen Erfahrung als Trainer, Ausbilder und Supervisoren. Auch ihre ausgewiesene Expertise im wissenschaftlichen Kontext macht dieses Buch zu einem unverzichtbaren Einstiegswerk für alle, die sich mit Fragen der Gruppendynamik professionell beschäftigen wollen.
Gruppendynamik
Oliver König, Karl Schattenhofer: „Einführung in die Gruppendynamik“

Kurt Lewin (1890 - 1947), der Begründer der Feldtheorie, feiert aktuell so etwas wie eine Renaissance. Unstrittig ist er einer der einflussreichsten Pioniere der modernen experimentellen Sozialpsychologie. Man könnte ihn durchaus als kongenialen Vorläufer des zeitgenössischen systemischen Denkens und Handelns betrachten. Klaus Antons und Monika Stützle-Hebel gebührt als Herausgeber von „Feldkräfte im Hier und Jetzt – Antworten von Lewins Feldtheorie auf aktuelle Fragestellungen in Führung, Beratung und Therapie“ das Verdienst, die Relevanz von Kurt Lewins Feldtheorie für unterschiedlichste Konzepte und Anwendungsfelder in einem Buch zusammengeführt und ihre hohe Anschlussfähigkeit aufgezeigt zu haben. Freuen Sie sich bereits jetzt auf eine Neuerscheinung der beiden Autoren im Sommer 2017: „Einführung in die Praxis der Feldtheorie“. Monika Stützle-Hebel und Klaus Antons begleiten darin in 12 Kapiteln ihrem imaginären Protagonisten Kurt einen Tag lang durch seinen Alltag und gewinnen mit feldtheoretisch geschärftem Blick verblüffende Einsichten und neue Perspektiven. Mehr wird nicht verraten!
Feldkräfte Stützle-Hebel Antons, Klaus
Monika Stützle-Hebel, Klaus Antons (Hrsg.): „Feldkräfte im Hier und Jetzt – Antworten von Lewins Feldtheorie auf aktuelle Fragestellungen in Führung, Beratung und Therapie“
Feldtheorie
Klaus Antons, Monika Stützle-Hebel: „Einführung in die Praxis der Feldtheorie“
Im Herbstprogramm des Carl-Auer Verlags Ab September 2017 – jetzt vormerken!

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6. Veranstaltungstipps: Die Carl-Auer Akademie empfiehlt

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21. bis 23. Juni 2017, Heidelberg
30. Heidelberger Suchtkongress
„Ethische Fragen in der Suchtbehandlung“ – Mit Vorträgen von Giovanni Maio, Tobias Esch, T. Lampert, K. Lieb, W. Vogelgesang, G. Schmelz, S. Weinbrenner, R. Schneider und H. C. Buschmann.

Carl-Auer-Literaturtipps:
Rudolf Klein: „Lob des Zauderns – Navigationshilfen für die systemische Therapie von Alkoholabhängigkeiten“
Jürg Liechti: „Magersucht in Therapie – Gestaltung therapeutischer Beziehungssysteme“
Detlef Scholz: „Systemische Interventionen bei Internetabhängigkeit“

8. Juli 2017, Köln
„3 Jahrzehnte Zukunft – Tapetenwechsel Innen und Außen“
Jubiläumsfachtagung des Kölner Vereins für systemische Beratung e. V.
Mit Martin Rudersdorf, Dr. med. Gunter Schmidt, Dr. phil. Iris Winkelmann, A. Sirringshaus-Bünder und P. Bünder

Carl-Auer-Literaturtipps:
Gunther Schmidt: „Liebesaffären zwischen Problem und Lösung – Hypnosystemisches Arbeiten in schwierigen Kontexten“
Iris Winkelmann: „Systemisch-ressourcenorientiertes Arbeiten in der Jugendhilfe“
Mechtild Erpenbeck: „Wirksam werden im Kontakt – Die systemische Haltung im Coaching“

26. bis 27. Juli 2017, Kloster Seeon
„Psychotherapieforschung – Neurowissenschaften – Komplexe Systeme“
Human Change Processes – Summer School 2017
Veranstalter u. a. DGSF – Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e.V. und Systemische Gesellschaft

Carl-Auer-Literaturtipps:
Peter Fuchs: „Die Verwaltung der vagen Dinge – Gespräche zur Zukunft der Psychotherapie“
Matthias Eckoldt: „Kann das Gehirn das Gehirn verstehen? – Gespräche über Hirnforschung und die Grenzen unserer Erkenntnis“

22. bis 24. September, Berlin
5. Wandlitzer Tagung Psychoonkologie
Mit dabei Ghita Benaguid, Ronja Ernsting, Stefanie Schramm, Hansjörg Ebell, Wolfgang Schulze, Ernil Hansen, Claudia Wilhelm-Gößling, Heinz Wilhelm Gößling, Elvira Muffler, Peter Brock, Martin Braun, Matthias Ohler, Dorothea Thomaßen, Frauke Niehues, Manuel Teterra und Kathrin Kühnel.

Carl-Auer-Litertaurtipps:
Elvira Muffler (Hrsg.): „Kommunikation in der Psychoonkologie – Der hypnosystemische Ansatz“
Lutz Wesel: „Krebs – vom Diagnoseschock zum besonnenen Handeln. Hilfe für Erkrankte und ihre Angehörigen“
Irina Berthold: „Hypnose als Chance bei Krebs“ (CD)
Agnes Kaiser Rekkas: „Ich lebe mich gesund!Acht Hypnoseanleitungen zur Förderung der Selbstwirksamkeit in der Psychoonkologie“ (CD)

29. September bis 1. Oktober 2017, Heidelberg
Würde und Mitgefühl in Psychotherapie, Beratung, Organisationen und Gesellschaft
Symposium
Eine Veranstaltung des Milton-Erickson-Instituts Heidelberg in Kooperation mit der Carl-Auer Akademie und Prof. Luise Reddemann
u. a. mit Prof. Dr. Klaus Hüllemann, Ortwin Meiss, Matthias Ohler, Mechthild Reinhard, Gunther Schmidt

Carl-Auer-Litertaurtipps:
Ortwin Meiss: „Hypnosystemische Therapie bei Depression und Burnout“
Carmen C. Unterholzer: „Es lohnt sich, einen Stift zu haben – Schreiben in der systemischen Therapie und Beratung“
Thomas Friedrich-Hett, Noah Artner, Rosita A. Ernst (Hrsg.): „Systemisches Arbeiten mit älteren Menschen – Konzepte und Praxis für Beratung und Psychotherapie“

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7. Simon, Weber and Friends: Seminare, Workshops und (Inhouse-)Angebote

simonweberfriends

06. bis 07. Juli 2017, Berlin
„Teamkonflikte – Eine systemtheoretische Anleitung zur 
produktiven Gestaltung von Teamdynamiken“
In diesem Kompaktseminar werden die typisch-destruktiven Dynamiken in Teams in den Blick genommen und – ausgestattet mit dem Fundus an systemtheoretischen Ideen und systemischen Tools – praktische Hinweise zur produktiven Problemlösung gegeben. Zur Anmeldung!
Leitung: Torsten Groth und Gerhard P. Krejci

Carl-Auer-Literturtipps:
Ben Furman, Tapani Ahola: „Twin Star – Lösungen vom anderen Stern. Teamentwicklung für mehr Erfolg und Zufriedenheit am Arbeitsplatz“
Cornelia Edding, Karl Schattenhofer: „Einführung in die Teamarbeit“
Bernd Schmid, Thorsten Veith, Ingeborg Weidner: „Einführung in die kollegiale Beratung“

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Kongressbuchhandlung
Die Heidelberger Kongressbuchhandlung versorgt Sie zuverlässig mit passender Fachliteratur direkt am Veranstaltungsort. Lassen Sie sich an unseren Büchertischen beraten!
Wichtiger Hinweis: Wer Veranstaltungen früher planen möchte, findet auf unserer Website einen umfangreichen Veranstaltungskalender.
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mit herzlichen Grüßen
Ihr Carl-Auer Team

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