Liebe Freunde des Carl-AuerVerlags,

Nach einem Bonmot von Paul Watzlawick „kann man in der Wahl seiner Eltern nicht vorsichtig genug sein“. Vor allem die Fälle, bei denen die Wahl weniger günstig ausgefallen ist, bieten reichlich Gelegenheit, über das Eltern-Kind-System nachzudenken, Bücher zu schreiben oder Studien zu veröffentlichen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat soeben die Auswirkungen von Veränderungen in der Familie auf die „Kontrollüberzeugung“ von Kindern untersucht, also auf deren innere Gewissheit, über ihr eigenes Leben selbst bestimmen zu können. Heraus kam, dass vor allem Mädchen und Jungen zwischen 10 und 17 Jahren nach der Trennung ihrer Eltern an Selbstvertrauen verlieren. Jüngere Kinder reagieren weniger verunsichert. Ob intakt oder nicht, die Familie ist für fast jeden Menschen jeden Alters ein zentrales Lebensthema. Anlass genug, Familie zum Schwerpunkt unseres Newsletters im August zu machen.

1. Was heißt schon Herkunft?

Das Spektrum unterschiedlicher Familienkonstellationen ist heute breit gefächert und stellt Familienmitglieder und -therapeuten vor ganz neue Herausforderungen. Ob traditionelle Kleinfamilie, Alleinerziehende, Patchwork-Familie, überall haben sich Bindungsprozesse und Beziehungsmuster verändert, vielfach sind starke Verunsicherungen aufgetreten. Kann da der Blick auf die Herkunftsfamilie und ihre verborgenen Einflüsse und Wirkkräfte noch helfen, aktuelle Konflikte zu lösen oder neue Perspektiven aufzuzeigen? Jakob Robert Schneiders Buch „Herkunft, Schicksal und Freiheit – Das Gruppenbewusste in Familiensystemen und Familienaufstellungen“ zeichnet mit zahlreichen Fallbeispielen nach, wie hilfreich es sein kann, im eigenen Fühlen unterscheiden zu lernen, was davon der gegenwärtigen Realität entspricht und was ein Reflex aus vergangenen Beziehungsmustern ist. Der Autor ist einer der weltweit erfahrensten „Aufsteller“ und bietet kreative und wirksame Lösungswege für die psychotherapeutische und beraterische Aufstellungsarbeit und weit darüber hinaus.

Herkunft Schneider, Jakob Robert_©

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2. Herausforderungen lösungsorientiert annehmen!

Neue Familienformen schaffen neue Herausforderungen. In ihrem Buch
„Familie geht auch anders – Wie Alleinerziehende, Scheidungskinder und Patchworkfamilien glücklich werden“ wenden sich Matthias Ochs und Rainer Orban direkt an die Betroffenen. Die Autoren ermutigen sie dazu, eine neue Familienkonstellation als Chance anzunehmen, indem sie aufzeigen, dass die Zwei-Eltern-Kind-Familie historisch betrachtet eher die Ausnahme als die Regel ist. Das Buch aus der Carl-Auer-Reihe LebensLust liefert keine Patentrezepte, sondern richtet den Blick auf eine nachhaltige Verbesserung der Beziehungsqualität. Die Autoren zeigen zum Beispiel Wege, um trotz Scheidung oder Trennung den „außerhäusigen“ Elternteil gut zu integrieren. Sie geben Empfehlungen zur Gestaltung des Familienlebens im Alltag, etwa die Einrichtung verlässlicher Tagesstrukturen oder die Pflege von Ritualen, deren konkrete Ausgestaltung aber stets dem Leser vorbehalten bleibt.

familie geht anders Ochs, Matthias_© Orban, Rainer

„Ein heißer Tipp für alle, die sich mit dem Thema Familie beschäftigen, ein wirklich sehr beachtliches Werk zum Thema, das sich von den Familienratgebern, die sich sonst so auf dem Buchmarkt tummeln, erfreulich abhebt.“ Prof. Dr. Arist von Schlippe

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3. Wenn Adoptivkinder ihre Eltern überfordern

Bei der Mehrheit der Familien mit Adoptivkindern verläuft das Leben mit den üblichen Höhen und Tiefen, jedoch ohne krisenhafte Zuspitzungen. Christel Rech-Simon und Fritz B. Simon blicken als Therapeuten und Adoptiveltern auf die Ausnahmefälle, bei denen Eltern mit bewährten und anerkannten Erziehungsmethoden an ihre Grenzen stoßen und damit zugleich an die Grenzen ihres elterlichen Selbstverständnisses. „Survival-Tipps für Adoptiveltern“ räumt schon in der Einleitung mit dem Mythos von erzieherischen Allheilmitteln gründlich auf: „Viele elterliche oder erzieherische Verhaltensweisen, die im Umgang mit durchschnittlichen Kindern (ob adoptiert oder nicht) richtig sind, erweisen sich im Umgang mit bestimmten Adoptivkindern schlicht und einfach als falsch.“ Die Autoren machen aber zugleich deutlich, dass Eltern in scheinbar ausweglosen Konfliktsituationen nicht hilflos sind. Sie können etwas tun – auch wenn es etwas ganz anders ist, als von ihnen erwartet wird. Das Buch schaut differenziert auf Konfliktpotenziale und macht praxisnahe und oft überraschende Lösungsangebote.

survival Rech-Simon, Christel_© Simon_Fritz

„Ein absolut gelungenes Werk. Wir als Eltern eines leiblichen und zweier Adoptivkinder fühlten uns beim Lesen so richtig verstanden!“ Monika und Manfred Uhl

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4. Traumjob Vater

Väter, die partnerschaftlich die Familienarbeit mit den Müttern teilen, gelten heute als selbstverständlich. Die Erwartungen an die aktiven Väter sind hoch. Sie sollen Partner- und Elternschaft perfekt vereinbaren und ihre beruflichen Ziele konsequent verfolgen. Wie schafft man(n) das alles, ohne dabei selbst auf der Strecke zu bleiben? Ansgar Röhrbeins Buch „Mit Lust und Liebe Vater sein – Gestalte die Rolle deines Lebens“ lädt Väter zu einer persönlichen Standortbestimmung ein. Der erfahrene Familientherapeut zeigt, wie sich die Vaterrolle über die verschiedenen Familienphasen hinweg verändert und wie man sie den eigenen Bedürfnissen und denen der Partnerin und Kinder so anpassen kann, dass Stress und Überforderung vermieden werden. Mit eingestreuten Fragen und Übungen hilft der Autor den Vätern dabei, sich realistische Ziele zu setzen. Beispiele aus seiner therapeutischen Praxis, Interviews mit Experten sowie Hinweise auf weiterführende Literatur bieten reichlich Anregungen, um der eigenen Vaterrolle ein neues Profil zu geben.
Röhrbein, Ansgar_© mit lust und liebe vater

Jetzt vorbestellen! Das neue Buch von Ansgar Röhrbein und Andreas Eickhorst:„Wir freuen uns, dass Sie da sind! - Beratung und Therapie mit Vätern“ erscheint im Carl-Auer-Herbstprogramm 2016. Hier eine Leseprobe!

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5. Familiengeschichten soll man erzählen!

Die Familiengeschichte macht oft deutlich, welche Wahlmöglichkeiten Familienmitglieder an bestimmten Wendepunkten hatten. Welche Verflechtungen, Muster und Beziehungen ihre Entscheidungen in die eine oder andere Richtung gelenkt haben, wie sich daraus neue Problemfelder entwickelten oder Konflikte auflösten. Damit Familiengeschichte zu einer echten Quelle von Erfahrung wird, muss sie wieder und wieder erzählt werden, aus den verschiedensten Blickwinkeln und von unterschiedlichen Familienmitgliedern. Für Rosemarie Welter-Enderlin spielen die familiären Narrationen daher eine zentrale Rolle in der Paar- und Familientherapie. In ihrem Buch „Wie aus Familiengeschichten Zukunft entsteht“ zieht die Autorin sogar die Geschichte ihrer eigenen Eltern und Großeltern heran, um quasi autobiografisch den Nachweis zu erbringen, wie sich mit Hilfe erzählter Familiengeschichte Dunkelstellen aufhellen und persönliche Ängste überwinden lassen. Ein spannendes Buch – nicht nur für Therapeuten.

familiengeschichte Welter-Enderlin, Rosmarie

Rosmarie Welter-Enderlin (1935 - 2010) war Paar-, Familien- und Organisationsberaterin und Lehrbeauftragte an der Universität Zürich. 2003 wurde sie mit dem international renommierten „American Family Therapy Academy Award“ für herausragende Beiträge zur Theorie und Praxis der Familientherapie ausgezeichnet.

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6. Warum Rituale so wichtig sind

Das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte, der gemeinsame Spieleabend oder das gemeinsame Schmücken des Weihnachtsbaumes – Rituale helfen, Gemeinschaft und Nähe herzustellen. Sie schaffen Verbindendes, indem sie selbst geregelt, das heißt verbindlich sind. Das Buch „Rituale – Rituale in Familien und Familientherapie“, herausgegeben von Evan Imber-Black, Janine Roberts, und Richard A. Whiting, zieht Leser auf mehrfache Weise in seinen Bann: Die lebendigen Berichte über unterschiedlichste Rituale in Familien, die anschaulichen Erläuterungen über normative Rituale und die aufschlussreiche Darstellung ihrer Funktionen lassen jeden unwillkürlich die eigene Familie unter diesen Aspekten betrachten und die in ihr entwickelten Rituale neu erleben. Und schließlich hält das Buch für alle, die mit Familien arbeiten, sehr konkrete und praxistaugliche Anregungen bereit, wie man Rituale entwirft und in verschiedenen therapeutischen Situationen anwendet. Wer das Buch gelesen hat, sieht Familie mit anderen Augen und fühlt sich in seinem therapeutischen Repertoire bereichert, ganz gleich, welchem Familientherapiemodell sie oder er folgt.

rituale in rituale

Ebenfalls sehr lesenswert ist das Buch von Rosmarie Welter-Enderlin und Bruno Hildenbrand (Hrsg.):
„Rituale – Vielfalt in Alltag und Therapie“

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7. Carl-Auer-Tipps

Programmreihe Systemische Soziale Arbeit:
Die neue Leseprobe mit Auszügen aus wichtigen Titeln der Reihe ist fertig! Das Booklet kann ab sofort kostenlos unter kundenservice@carl-auer.de bestellt werden.

„Reduzierte Komplexe“ heißt der neue Blog von Heiko Kleve auf www.carl-auer.de. Diskutieren Sie mit dem Herausgeber der Reihe Systemische Soziale Arbeit über die sozialen Herausforderungen in einer immer komplexer werdenden Welt.

Im Herbstprogramm 2016 erscheint das Buch „Einführung in die lösungsorientierte Soziale Arbeit“ von Frank Eger. Der Autor empfiehlt, Konflikte und Störungen nicht unnötig zu explorieren. Seine Kernfragen lauten: Was ist statt des Problems da? Welche Lösungsangebote, welche Kompetenzen sind vorhanden? Ein spannendes Buch, das ganz neue Perspektiven eröffnet. Jetzt vorbestellen!

Das große Lehrbuch zum Sonderpreis:
Das Carl-Auer-Standardwerk „Systemische Therapie und Beratung – das große Lehrbuch“ von Tom Levold und Michael Wirsching (Hrsg.) jetzt zum Sonderpreis von 59 €!

Lehrbuch Sonderpreis plakat
Weshalb Sie auf das große Lehrbuch nicht verzichten sollten? Nicht ein oder zwei Autoren, sondern 76 Verfasser, allesamt Experten in ihren jeweiligen Themen und in der Mehrzahl erfahrene Aus- und Weiterbildende, spannen in 90 Beiträgen einen  umfassenden Bogen über die zahlreichen methodischen Ansätze und die vielfältigen Anwendungsfelder der systemischen Therapie und Praxis. Das Buch bietet– hervorragend gegliedert – vom Basis- bis zum Expertenwissen geballtes Know-How für unterschiedliche Leserinteressen: Es eignet sich als Lehrbuch für den Einstieg ebenso wie als Nachschlagewerk für erfahrene Therapeuten oder Berater.

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8. Veranstaltungshighlights mit Carl-Auer-Literaturtipps

header_bkjpp_jahrestagung_2016fürOnlineanmeldung
Sichern Sie sich den Frühbucherrabatt bis zum 04. September 2016!
Themenschwerpunkt der BKJPP Jahrestagung 2016:
„Sprache(n) in der Kinder- und Jugendpsychiatrie – Kommunikation und Kooperation“
Hier finden Sie das Tagungsprogramm!

Carl-Auer-Literaturtipp:
Daniel Bindernagel (Hrsg.): „Die Eigensprache der Kinder – Idiolektische Gesprächsführung mit Kindern, Jugendlichen und Eltern“
Neuerscheinung im Herbst 2016, jetzt vorbestellen! Hier eine Leseprobe.


10. bis14. September 2016, Erfurt
Erfurter Psychotherapietage
„Geschichtsversessenheit und Geschichtsvergessenheit - der Umgang mit dem Vergangenen in Psychotherapie und Gesellschaft“
u. a. mit Prof. Dr. Harald Freyberger, Evelyn Beverly Jahn, Prof. Dr. Günter Reich
Erfurt

Carl-Auer-Literaturtipp:
Mia Roth: „Überleben durch Vergessen – Die jüdische Geliebte, der Retter von der Gestapo und die kleine Zeugin“
Bruno Hildenbrand: „Einführung in die Genogrammarbeit“
Michael White: „Landkarten der narrativen Therapie“

22. bis 24. September 2016, Frankfurt am Main
16. Wissenschaftliche Tagung der DGSF
„SYSTEMISCH - WIRKSAM - GUT – Bewährte und innovative Methoden Systemischer Veränderungsarbeit“
u. a. mit Alexander Korittko, Prof. Dr. Peter Fuchs, Dr. Manfred Lütz, Bernhard Trenkle, Michaela Herchenan, Dr. Angelika Eck, Wiltrud Brächter, Stefan Hammel, Frank Natho, Ingrid Meyer-Legrand, Dr. Thomas Hegemann, Rudolf Eigenheer, Reinert Hanswille, Dr. Thomas Hess, Anne M. Lang, Anett Engelmann, Dr. George Singe, Dr. Susanne Altmeyer, Johannes Herwig-Lempp
Frankfurt am Main

Carl-Auer-Literaturtipp:
Alexander Korittko: „Posttraumatische Belastungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen“
Angelika Eck (Hrsg.): „Der erotische Raum – Fragen der weiblichen Sexualität in der Therapie“
Reinert Hanswille, Annette Kissenbeck: „Systemische Traumatherapie – Konzepte und Methoden für die Praxis“

24. bis 25. September 2016, Weinheim
Dosentagung Nr. 2
„Richtig war das falsche Wort. Fordernde Themen – Systemische Wege“
u. a. mit Karin Nöcker, Dr. Stephan Theiling, Dr. Hans Lieb, Cornelia Hennecke, Barbara Ollefs
Weinheim

Carl-Auer-Literaturtipp:
Hans Lieb: „Störungsspezifische Systemtherapie“
Cornelia Tsirigotis, Arist von Schlippe, Jochen Schweitzer (Hrsg.):
„Coaching für Eltern – Mütter, Väter und ihr Job“

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9. Carl-Auer Akademie empfiehlt

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25. bis 27. Mai 2017, Heidelberg
„Was ist der Fall? Was steckt dahinter? – Diagnosen in Systemischer Theorie und Praxis“
Idee, Konzept, Programm von Tom Levold, Dr. Hans Lieb, Matthias Ohler,
Dr. Wilhelm Rotthaus und Bernhard Trenkle.
Bis 15.Oktober 2016 zum Frühbucherpreis!
Kongresshaus Stadthalle Heidelberg

13. bis 15. Oktober 2016, Heidelberg
„Die Kraft des Zweifelns – Systemische Praxis in Zeiten sicheren Wissens“
Ehrengäste: Gründungsherausgeber der Familiendynamik
Prof. Dr. Dr. Helm Stierlin (Heidelberg)
Prof. Dr. Dr. Joseph Duss-von Werdt (Luzern)
Kongresshaus Stadthalle Heidelberg

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Wichtiger Hinweis: Für alle, die Veranstaltungen langfristig planen wollen, gibt es auf unserer Website einen mehrmonatigen und kontinuierlich aktualisierten Veranstaltungskalender.

Bevor wir uns für heute von Ihnen verabschieden, geben wir allen, die mehr von uns hören möchten, einen Tipp: News und Informationen rund um den Carl-Auer Verlag veröffentlichen wir auf unserer Website unter Aktuelles sowie über unsere Social-Media-Kanäle Facebook, Twitter, YouTube und Xing.

mit herzlichen Grüßen
Ihr Carl-Auer Team

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